
PP
PP-Compounds
Produktmarke GERLEN
- Glasfaser, chemisch gekoppelt
- 10–50 %
- Flammschutz halogenfrei oder halogenhaltig
- V2 · V0 · B2 · B1
- Einsatztemperatur kältefester Typen
- −40 °C
Anwendung
Ein Ladungsträger wird nicht einmal benutzt, sondern hunderte Male. Er stapelt sich unter Last, fällt vom Rollwagen, steht im Tiefkühllager und soll danach wieder in den Kreislauf. Wir stellen PP und HIPS auf genau diese Beanspruchung ein: kältefest bis minus 40 Grad, steif bei geringer Wanddicke, antistatisch bis elektrisch leitfähig für den ESD-Schutz. Sortenreine Produktionsabfälle aus Ihrer Fertigung nehmen wir zurück und machen daraus wieder Material für dieselbe Rezeptur.
Anforderungsprofil
Was in dieser Branche über die Freigabe entscheidet – und welche Normen dahinterstehen.
01
Behälter im Tiefkühlbereich werden bei minus 18 bis minus 30 Grad bewegt, gestapelt und fallen gelassen. Aussagekräftig ist der Fallversuch am gefüllten Behälter bei Prüftemperatur; die Kerbschlagzähigkeit am Normstab allein reicht als Nachweis nicht aus.
02
Gestapelte Ladungsträger stehen wochenlang unter Last, oft bei erhöhter Lagertemperatur. Bemessungsgröße ist der Kriechmodul über die Standzeit. Ein Werkstoff, der die Kurzzeitprüfung besteht, kann im Lager trotzdem einsinken.
03
Jedes Gramm im Behälter ist Gewicht, das über die gesamte Nutzungsdauer bewegt wird. Steifigkeit entsteht über Geometrie und über den Füllstoff; beides begrenzt sich gegenseitig, weil mineralische Füllung die Zähigkeit im Kalten senkt.
04
Verpackungen im ESD-Schutzbereich müssen definierte Widerstandsbereiche einhalten und dürfen sich nur begrenzt aufladen. Üblich sind ableitfähige Einstellungen im Bereich 10 hoch 4 bis 10 hoch 11 Ohm Oberflächenwiderstand, je nach Schutzkonzept. Permanent leitfähige Systeme sind migrierenden Antistatika vorzuziehen, weil sie unabhängig von der Luftfeuchte und über die gesamte Nutzungsdauer wirken.
Von GERMAAT zu bestätigen: erreichbare Widerstandsbereiche und ihre Beständigkeit über die Nutzungsdauer. Die genannten Bereiche sind branchenübliche Zielkorridore, keine GERMAAT-Kennwerte.
05
Vorgaben zum Rezyklatanteil und zur Recyclingfähigkeit wirken direkt in die Materialauswahl. Wer im Monomaterial bleibt, keine störenden Füllstoffe einträgt und die Dichte unter 1 Gramm je Kubikzentimeter hält, bleibt in der Schwimm-Sink-Trennung der Sortieranlage auf der richtigen Seite. Bariumsulfat oder hohe Mineralanteile machen genau das unmöglich.
Von GERMAAT zu bestätigen: konkrete Quoten, Fristen und Nachweisformen sind vom Rechtsstand zum Livegang abhängig und vor Veröffentlichung juristisch zu prüfen (Konzept Abschnitt 9.2).
06
Für Kunststoffe im Lebensmittelkontakt gelten die Rahmenverordnung (EG) 1935/2004 und die Verordnung (EU) 10/2011. Für rezyklierte Kunststoffe kommt die Verordnung (EU) 2022/1616 hinzu, die ein zugelassenes Recyclingverfahren voraussetzt. Regranulat aus dem eigenen, sortenreinen Produktionsabfall ist rechtlich anders zu bewerten als Rezyklat unbekannter Herkunft.
Von GERMAAT zu bestätigen: für welche Rezepturen und Regranulate Konformitätserklärungen ausgestellt werden. Vor Veröffentlichung rechtlich prüfen lassen.
07
Behälter für Lebensmittel, Pharmazie und Kosmetik dürfen keinen Eigengeruch an das Packgut abgeben. Restmonomere, Verarbeitungshilfsmittel und thermische Belastung im Extruder bestimmen das Ergebnis mit.
08
Dünnwandige Behälter und Deckel haben lange Fließwege bei kleinen Wanddicken. Ein zu niedriger Schmelzindex kostet Zykluszeit und Fülldruck, ein zu hoher kostet Zähigkeit im Kalten. Diese Einstellung ist ein Kompromiss, den man rechnen und bemustern muss.
09
Ladungsträger, die im Hof oder unter offenem Dach stehen, versprödern ohne ausreichende Stabilisierung innerhalb weniger Jahre. Die Bewertung erfolgt über Restschlagzähigkeit und Farbabstand nach künstlicher Bewitterung.
10
Behälterfarben steuern Prozesse: Wareneingang, Sperrbestand, Rückführung. Der Farbton muss über Jahre nachlieferbar bleiben, auch wenn Rezyklatanteile im Ansatz schwanken. Das gelingt nur mit Rückstellmustern und einer gepflegten Farbrezeptur.
11
Damit ein Ladungsträger am Lebensende wieder sortenrein wird, muss er als solcher erkennbar sein. Die Werkstoffkennzeichnung gehört ins Werkzeug; Etiketten, Kleber und Fremdmaterial im Bauteil verschlechtern die Verwertbarkeit.
12
In Lagerbereichen mit erhöhten Brandschutzauflagen können flammgeschützte Ladungsträger gefordert sein. Halogenfreie Einstellungen vermeiden korrosive Brandgase in Bereichen mit empfindlicher Technik.
Die genannten Normen beschreiben, was die Branche fordert. Sie sind keine Aussage darüber, welche Prüfungen, Klassifizierungen oder Zulassungen GERMAAT selbst führt.
Werkstoffe
Jeder Verweis mit der Begründung, warum genau diese Einstellung zur Branche passt.

PP
Produktmarke GERLEN
PP ist der Hauptwerkstoff für Mehrwegbehälter und Ladungsträger: elastomermodifiziert und kältefest bis minus 40 Grad, mineralgefüllt für Steifigkeit, UV-stabilisiert für die Außenlagerung und flammgeschützt, wo das Lager es verlangt.

HIPS/GPPS
Produktmarke GER-HIPS
HIPS für tiefgezogene Trays, Einsätze und Zwischenlagen, auf Wunsch antistatisch ausgerüstet und in der Schlagzähigkeit über GPPS-Abmischung eingestellt.

Nano
Nano-Compounds
Für ableitfähige und elektrisch leitfähige Verpackung, wenn ein migrierendes Antistatikum nicht ausreicht; die Nanopartikel werden in einer eigenentwickelten Feststoffphasen-Technologie eingebracht.

Masterbatch
Masterbatche (Funktionsadditive)
Antistatik-, UV-, Gleitmittel- und Kombinationsbatche sowie Farbeinstellungen für die Codierung im Materialfluss.

ABS/ASA/SAN
Produktmarke GERLAN
ABS und ASA für formstabile Deckel, Griffe und Aufbauteile an Ladungsträgern, ASA dort, wo dauerhafte Bewitterung dazukommt.

Sonder
Sonderwerkstoffe und Kundencompounds
Thermoplastische Elastomere für Dichtungen und Dämpfungen an Behältern, POM für Verschluss- und Rastmechaniken – auf Anfrage.

Bio/WPC
Bio-Polymere und WPC-Composites
Zu PLA und Naturfasern wie Cellulose, Sisal und Kenaf liegen erfolgreiche Versuche vor. Für Serienprodukte sind weitere Untersuchungen, Langzeittests und eine gesicherte Rohstoffbereitstellung nötig – das sagen wir offen, statt es zu bewerben.
Wenn Angüsse, Anfahrware oder Ausschussbehälter sortenrein anfallen und als Rezyklatanteil zurücklaufen sollen.
Wenn Sie Rohstoffe und Rezeptur haben und nur die Compoundieranlage brauchen.
Wenn Granulatform, Verpackungseinheit und Abrufmodell zur eigenen Fertigung passen müssen.
Bauteile
Generische Bauteile ohne Kundenbezug.
Beispielszenario
Konstruiertes Beispielszenario – kein Kundenfall
Typischer Ablauf, kein benannter Kundenfall. Rezyklatanteil und Einsparungen sind angenommen, nicht gemessen.
Ein Hersteller von Kleinladungsträgern beliefert einen Tiefkühlbetrieb. Bei minus 25 Grad brechen einzelne Behälter beim Sturz vom Rollwagen an der Griffleiste. Gleichzeitig verlangt der Kunde einen definierten Rezyklatanteil, ohne dass Kältezähigkeit oder Farbtreue nachlassen.
Wir stellen ein elastomermodifiziertes PP ein, das die Zähigkeit über den geforderten Temperaturbereich hält, und prüfen die Einstellung im Fallversuch bei Prüftemperatur statt nur im Kerbschlagversuch. Den Rezyklatanteil decken wir aus dem sortenreinen Produktionsabfall des Kunden: Angüsse und Anfahrware kommen zurück ins Werk, werden zu Regranulat verarbeitet und laufen in dieselbe Rezeptur zurück. Farbe und Kennwerte werden je Charge gegen das Rückstellmuster geprüft.
Der Bruch bei Prüftemperatur tritt in der Bemusterung nicht mehr auf. Der geforderte Rezyklatanteil stammt aus bekannter Herkunft mit bekannter Historie statt aus anonymem Sammelmaterial. Der Kunde senkt zugleich die Menge, die er als Abfall entsorgen muss.
Das Szenario zeigt den typischen Ablauf einer Anfrage. Echte, gern anonymisierte Referenzanwendungen ergänzen wir, sobald sie mit den Kunden abgestimmt sind.
Anfrage
Nennen Sie uns Einsatztemperatur, Stapelhöhe, Standzeit und den geforderten Rezyklatanteil. Wir stellen die Rezeptur darauf ein und prüfen, ob Ihr eigener Produktionsabfall als Rohstoff dafür taugt.
Wir melden uns innerhalb von [X] Arbeitstagen – mit einer Einschätzung, nicht mit einer Eingangsbestätigung.
Genau vier Pflichtfelder: Firma, Name, E-Mail sowie Werkstoff oder Anwendung. Mehr nicht.