GERMAATPOLYMER GMBH

Anwendung

Compounds für Verpackung und Logistik

Ein Ladungsträger wird nicht einmal benutzt, sondern hunderte Male. Er stapelt sich unter Last, fällt vom Rollwagen, steht im Tiefkühllager und soll danach wieder in den Kreislauf. Wir stellen PP und HIPS auf genau diese Beanspruchung ein: kältefest bis minus 40 Grad, steif bei geringer Wanddicke, antistatisch bis elektrisch leitfähig für den ESD-Schutz. Sortenreine Produktionsabfälle aus Ihrer Fertigung nehmen wir zurück und machen daraus wieder Material für dieselbe Rezeptur.

Anforderungsprofil

Typische Anforderungen

Was in dieser Branche über die Freigabe entscheidet – und welche Normen dahinterstehen.

  1. 01

    Kältezähigkeit für Kühl- und Tiefkühllogistik

    Behälter im Tiefkühlbereich werden bei minus 18 bis minus 30 Grad bewegt, gestapelt und fallen gelassen. Aussagekräftig ist der Fallversuch am gefüllten Behälter bei Prüftemperatur; die Kerbschlagzähigkeit am Normstab allein reicht als Nachweis nicht aus.

    • DIN EN ISO 2248 (Fallprüfung)
    • ISO 179-1
    • ISO 6603-2
  2. 02

    Stapeldruck und Kriechverhalten unter Dauerlast

    Gestapelte Ladungsträger stehen wochenlang unter Last, oft bei erhöhter Lagertemperatur. Bemessungsgröße ist der Kriechmodul über die Standzeit. Ein Werkstoff, der die Kurzzeitprüfung besteht, kann im Lager trotzdem einsinken.

    • DIN EN ISO 2234 (Stapeldruckprüfung)
    • ISO 899-1
  3. 03

    Steifigkeit bei geringer Wanddicke

    Jedes Gramm im Behälter ist Gewicht, das über die gesamte Nutzungsdauer bewegt wird. Steifigkeit entsteht über Geometrie und über den Füllstoff; beides begrenzt sich gegenseitig, weil mineralische Füllung die Zähigkeit im Kalten senkt.

    • ISO 178
    • ISO 527-2
  4. 04

    ESD-Schutz für Elektronikverpackung

    Verpackungen im ESD-Schutzbereich müssen definierte Widerstandsbereiche einhalten und dürfen sich nur begrenzt aufladen. Üblich sind ableitfähige Einstellungen im Bereich 10 hoch 4 bis 10 hoch 11 Ohm Oberflächenwiderstand, je nach Schutzkonzept. Permanent leitfähige Systeme sind migrierenden Antistatika vorzuziehen, weil sie unabhängig von der Luftfeuchte und über die gesamte Nutzungsdauer wirken.

    • IEC 61340-5-1
    • IEC 61340-4-1
    • IEC 62631-3-2

    Von GERMAAT zu bestätigen: erreichbare Widerstandsbereiche und ihre Beständigkeit über die Nutzungsdauer. Die genannten Bereiche sind branchenübliche Zielkorridore, keine GERMAAT-Kennwerte.

  5. 05

    Rezyklateinsatz und Recyclingfähigkeit

    Vorgaben zum Rezyklatanteil und zur Recyclingfähigkeit wirken direkt in die Materialauswahl. Wer im Monomaterial bleibt, keine störenden Füllstoffe einträgt und die Dichte unter 1 Gramm je Kubikzentimeter hält, bleibt in der Schwimm-Sink-Trennung der Sortieranlage auf der richtigen Seite. Barium­sulfat oder hohe Mineralanteile machen genau das unmöglich.

    • VerpackG
    • europäische Verpackungsgesetzgebung
    • Mindeststandard der Zentralen Stelle Verpackungsregister

    Von GERMAAT zu bestätigen: konkrete Quoten, Fristen und Nachweisformen sind vom Rechtsstand zum Livegang abhängig und vor Veröffentlichung juristisch zu prüfen (Konzept Abschnitt 9.2).

  6. 06

    Lebensmittelkontakt, auch bei Rezyklaten

    Für Kunststoffe im Lebensmittelkontakt gelten die Rahmenverordnung (EG) 1935/2004 und die Verordnung (EU) 10/2011. Für rezyklierte Kunststoffe kommt die Verordnung (EU) 2022/1616 hinzu, die ein zugelassenes Recyclingverfahren voraussetzt. Regranulat aus dem eigenen, sortenreinen Produktionsabfall ist rechtlich anders zu bewerten als Rezyklat unbekannter Herkunft.

    • VO (EG) 1935/2004
    • VO (EU) 10/2011
    • VO (EU) 2022/1616

    Von GERMAAT zu bestätigen: für welche Rezepturen und Regranulate Konformitätserklärungen ausgestellt werden. Vor Veröffentlichung rechtlich prüfen lassen.

  7. 07

    Geruchs- und Migrationsarmut

    Behälter für Lebensmittel, Pharmazie und Kosmetik dürfen keinen Eigengeruch an das Packgut abgeben. Restmonomere, Verarbeitungshilfsmittel und thermische Belastung im Extruder bestimmen das Ergebnis mit.

  8. 08

    Fließfähigkeit und Zykluszeit

    Dünnwandige Behälter und Deckel haben lange Fließwege bei kleinen Wanddicken. Ein zu niedriger Schmelzindex kostet Zykluszeit und Fülldruck, ein zu hoher kostet Zähigkeit im Kalten. Diese Einstellung ist ein Kompromiss, den man rechnen und bemustern muss.

    • ISO 1133-1
    • ISO 11443
  9. 09

    UV-Stabilität für Außenlagerung

    Ladungsträger, die im Hof oder unter offenem Dach stehen, versprödern ohne ausreichende Stabilisierung innerhalb weniger Jahre. Die Bewertung erfolgt über Restschlagzähigkeit und Farbabstand nach künstlicher Bewitterung.

    • ISO 4892-2
    • ISO 4892-3
  10. 10

    Farbcodierung im Materialfluss

    Behälterfarben steuern Prozesse: Wareneingang, Sperrbestand, Rückführung. Der Farbton muss über Jahre nachlieferbar bleiben, auch wenn Rezyklatanteile im Ansatz schwanken. Das gelingt nur mit Rückstellmustern und einer gepflegten Farbrezeptur.

    • DIN 6174
    • DIN EN ISO 11664-4
  11. 11

    Kennzeichnung und Sortenreinheit

    Damit ein Ladungsträger am Lebensende wieder sortenrein wird, muss er als solcher erkennbar sein. Die Werkstoffkennzeichnung gehört ins Werkzeug; Etiketten, Kleber und Fremdmaterial im Bauteil verschlechtern die Verwertbarkeit.

    • DIN EN ISO 11469
    • DIN EN ISO 1043-1
  12. 12

    Flammschutz in besonderen Lagerbereichen

    In Lagerbereichen mit erhöhten Brandschutzauflagen können flammgeschützte Ladungsträger gefordert sein. Halogenfreie Einstellungen vermeiden korrosive Brandgase in Bereichen mit empfindlicher Technik.

    • UL 94
    • DIN 4102-1

Die genannten Normen beschreiben, was die Branche fordert. Sie sind keine Aussage darüber, welche Prüfungen, Klassifizierungen oder Zulassungen GERMAAT selbst führt.

Werkstoffe

Passende Werkstoffe

Jeder Verweis mit der Begründung, warum genau diese Einstellung zur Branche passt.

Makroaufnahme von naturfarbenem, grau-beigem Polypropylen-Zylindergranulat.

PP

PP-Compounds

Produktmarke GERLEN

Glasfaser, chemisch gekoppelt
10–50 %
Flammschutz halogenfrei oder halogenhaltig
V2 · V0 · B2 · B1
Einsatztemperatur kältefester Typen
−40 °C

PP ist der Hauptwerkstoff für Mehrwegbehälter und Ladungsträger: elastomermodifiziert und kältefest bis minus 40 Grad, mineralgefüllt für Steifigkeit, UV-stabilisiert für die Außenlagerung und flammgeschützt, wo das Lager es verlangt.

Makroaufnahme von deckend elfenbeinweißem Polystyrol-Granulat.

HIPS/GPPS

HIPS-Compounds

Produktmarke GER-HIPS

Basispolymere und Abmischungen
HIPS + GPPS
Flammschutzeinstellungen
V2 · V0 · B2 · B1
Granulatgröße, einstellbar
2–4 mm

HIPS für tiefgezogene Trays, Einsätze und Zwischenlagen, auf Wunsch antistatisch ausgerüstet und in der Schlagzähigkeit über GPPS-Abmischung eingestellt.

Makroaufnahme von tiefschwarzem, mattem Nano-Compound-Granulat mit feinem metallischem Schimmer in den Glanzlichtern.

Nano

Nano-Compounds

Nano-Compounds

Eigene Technologie zur Einbringung der Nanopartikel
Feststoffphase
Feinere Verteilung gegenüber herkömmlichen Additiven
≈ 1.000-fach
Erreichter Oberflächenwiderstand der leitfähigen Einstellungen
[Messwert]

Für ableitfähige und elektrisch leitfähige Verpackung, wenn ein migrierendes Antistatikum nicht ausreicht; die Nanopartikel werden in einer eigenentwickelten Feststoffphasen-Technologie eingebracht.

Makroaufnahme von Farbmasterbatch-Granulat in Rot, Blau, Gelb, Grün und Schwarz, dicht durchmischt.

Masterbatch

Masterbatches

Masterbatche (Funktionsadditive)

Flammschutz halogenfrei oder halogenhaltig
V2 · V0 · B2 · B1
Flammschutz, UV, Gleitmittel, Kombination
5 Wirkstoffgruppen
Übliches Dosierverhältnis, je nach Wirkstoff
1:10 bis 1:50

Antistatik-, UV-, Gleitmittel- und Kombinationsbatche sowie Farbeinstellungen für die Codierung im Materialfluss.

Makroaufnahme von tiefschwarzem, glänzendem ABS-Granulat.

ABS/ASA/SAN

ABS-, ASA- und SAN-Compounds

Produktmarke GERLAN

Glasfaser- oder Glaskugelanteil
10–30 %
Basispolymere
ABS · MABS · SAN · ASA
Flammschutzeinstellungen
V2 · V0

ABS und ASA für formstabile Deckel, Griffe und Aufbauteile an Ladungsträgern, ASA dort, wo dauerhafte Bewitterung dazukommt.

Makroaufnahme von gemischtem technischem Granulat in Naturweiß, Grau und Schwarz nebeneinander.

Sonder

Sonderwerkstoffe und Kundencompounds

Sonderwerkstoffe und Kundencompounds

Werkstoffgruppen auf Anfrage
POM · TPE · PBT/PET · HT
Lohncompoundierung oder Rezepturentwicklung
Ihre Rezeptur oder unsere
Vorprüfung von Temperatur, Anlage und Verträglichkeit
Machbarkeit zuerst

Thermoplastische Elastomere für Dichtungen und Dämpfungen an Behältern, POM für Verschluss- und Rastmechaniken – auf Anfrage.

Makroaufnahme von sandbraunem Wood-Plastic-Composite-Granulat mit sichtbaren Holzfasern.

Bio/WPC

Bio-Polymere und WPC

Bio-Polymere und WPC-Composites

Basispolymere der WPC-Rezepturen
PP · HDPE
Üblicher Holzanteil im WPC
40–60 %
Erprobte Naturfasern
Cellulose · Sisal · Kenaf

Zu PLA und Naturfasern wie Cellulose, Sisal und Kenaf liegen erfolgreiche Versuche vor. Für Serienprodukte sind weitere Untersuchungen, Langzeittests und eine gesicherte Rohstoffbereitstellung nötig – das sagen wir offen, statt es zu bewerben.

Passende Leistungen

  • regranulierung

    Wenn Angüsse, Anfahrware oder Ausschussbehälter sortenrein anfallen und als Rezyklatanteil zurücklaufen sollen.

  • lohncompoundierung

    Wenn Sie Rohstoffe und Rezeptur haben und nur die Compoundieranlage brauchen.

  • logistik

    Wenn Granulatform, Verpackungseinheit und Abrufmodell zur eigenen Fertigung passen müssen.

Bauteile

Bauteilbeispiele

Generische Bauteile ohne Kundenbezug.

  • Mehrwegbehälter und Kleinladungsträger
  • Deckel, Griffe und Verschlüsse für Ladungsträger
  • Stapelkästen und Sichtlagerkästen
  • Palettenaufsatzrahmen und Zwischenlagen
  • Werkstückträger und Transporteinsätze für die Fertigung
  • ESD-Behälter, Trays und Einsätze für Elektronikbauteile
  • Tiefgezogene Trays und Trägermaterial für Einsätze
  • Komponenten für Rollbehälter und Rollwagen
  • Spann-, Klemm- und Ladungssicherungsteile
  • Gehäuse und Halter für Etiketten- und Scannertechnik im Lager

Beispielszenario

So läuft eine Anfrage typischerweise ab

Konstruiertes Beispielszenario – kein Kundenfall

Typischer Ablauf, kein benannter Kundenfall. Rezyklatanteil und Einsparungen sind angenommen, nicht gemessen.

  1. Situation

    Ein Hersteller von Kleinladungsträgern beliefert einen Tiefkühlbetrieb. Bei minus 25 Grad brechen einzelne Behälter beim Sturz vom Rollwagen an der Griffleiste. Gleichzeitig verlangt der Kunde einen definierten Rezyklatanteil, ohne dass Kältezähigkeit oder Farbtreue nachlassen.

  2. Lösung

    Wir stellen ein elastomermodifiziertes PP ein, das die Zähigkeit über den geforderten Temperaturbereich hält, und prüfen die Einstellung im Fallversuch bei Prüftemperatur statt nur im Kerbschlagversuch. Den Rezyklatanteil decken wir aus dem sortenreinen Produktionsabfall des Kunden: Angüsse und Anfahrware kommen zurück ins Werk, werden zu Regranulat verarbeitet und laufen in dieselbe Rezeptur zurück. Farbe und Kennwerte werden je Charge gegen das Rückstellmuster geprüft.

  3. Ergebnis

    Der Bruch bei Prüftemperatur tritt in der Bemusterung nicht mehr auf. Der geforderte Rezyklatanteil stammt aus bekannter Herkunft mit bekannter Historie statt aus anonymem Sammelmaterial. Der Kunde senkt zugleich die Menge, die er als Abfall entsorgen muss.

Das Szenario zeigt den typischen Ablauf einer Anfrage. Echte, gern anonymisierte Referenzanwendungen ergänzen wir, sobald sie mit den Kunden abgestimmt sind.

Anfrage

Ihr Behälter bricht im Kalten oder Ihre Rezyklatquote fehlt?

Nennen Sie uns Einsatztemperatur, Stapelhöhe, Standzeit und den geforderten Rezyklatanteil. Wir stellen die Rezeptur darauf ein und prüfen, ob Ihr eigener Produktionsabfall als Rohstoff dafür taugt.

Wir melden uns innerhalb von [X] Arbeitstagen – mit einer Einschätzung, nicht mit einer Eingangsbestätigung.

Genau vier Pflichtfelder: Firma, Name, E-Mail sowie Werkstoff oder Anwendung. Mehr nicht.

Beschleunigt die Rückmeldung, wenn die Spezifikation noch offen ist.

Werkstoff oder Anwendung (Pflichtangabe)

Erfüllt ist die Pflicht, sobald eines der beiden Teilfelder ausgefüllt ist.

Gewünschte Menge (freiwillig)

Übliche Mustermenge: 5 bis 25 kg.

Was mit Ihren Angaben geschieht

Verantwortlich ist die GERMAAT Polymer GmbH, Robert-Bunsen-Straße 7, 19061 Schwerin, Telefon +49 385 617 24 0, info@germaat.com.

Wir verwenden Ihre Angaben ausschließlich, um Ihre Musteranfrage zu bearbeiten und Ihnen zu antworten. Rechtsgrundlage ist Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe b der Datenschutz-Grundverordnung, also die Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen auf Ihre Anfrage hin.

Ihre Daten werden verschlüsselt übertragen und in Deutschland gespeichert. Sie werden nicht für Werbung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Eingeschaltet sind ausschließlich unser Hosting-Dienstleister und, falls Sie eine Lieferung wünschen, die Spedition – jeweils auf Grundlage eines Auftragsverarbeitungsvertrags.

Führt Ihre Anfrage nicht zu einem Auftrag, löschen wir Ihre Angaben nach 24 Monaten. Kommt ein Vertrag zustande, gelten die handels- und steuerrechtlichen Aufbewahrungsfristen.

Sie haben das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Datenübertragbarkeit und Widerspruch sowie das Recht, sich bei einer Aufsichtsbehörde zu beschweren. Zuständig ist der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern.

Ausführlich steht das alles in unserer Datenschutzerklärung.

Datenschutzerklärung

Wir melden uns innerhalb von 2 Arbeitstagen – mit einer Einschätzung, nicht mit einer Eingangsbestätigung.

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