
PP
PP-Compounds
Produktmarke GERLEN
- Glasfaser, chemisch gekoppelt
- 10–50 %
- Flammschutz halogenfrei oder halogenhaltig
- V2 · V0 · B2 · B1
- Einsatztemperatur kältefester Typen
- −40 °C
Anwendung
Bauteile am Bau werden nicht nach Monaten bemessen, sondern nach Jahrzehnten. Sie stehen in der Sonne, im Frost, im Spritzwasser oder dauerhaft im warmen Wasser und sollen dabei Form, Farbe und Festigkeit behalten. Wir stellen PP, ABS/ASA, HIPS und WPC-Rezepturen auf Bewitterung, Brandverhalten und Medienkontakt ein: mineralisch gefüllt für Steifigkeit, mit Bariumsulfat für hohe Dichte, flammgeschützt bis B1. Welche Nachweise das fertige Bauteil braucht, hängt vom Einbauort ab – die Rezeptur richten wir danach aus.
Anforderungsprofil
Was in dieser Branche über die Freigabe entscheidet – und welche Normen dahinterstehen.
01
Bauprodukte werden nach DIN EN 13501-1 in Euroklassen mit Zusatzangaben für Rauchentwicklung und brennendes Abtropfen eingestuft, geprüft unter anderem im SBI-Verfahren. Ältere Ausschreibungen nennen weiterhin B1 und B2 nach DIN 4102. Die beiden Systeme lassen sich nicht ineinander umrechnen, deshalb gehört die geforderte Klasse ausdrücklich in die Spezifikation.
Von GERMAAT zu bestätigen: welche Klassifizierungs- und Prüfberichte für welche Einstellungen vorliegen. Die Klassifizierung gilt für das Bauteil in seiner Endanwendung, nicht für das Granulat allein.
02
Fassaden-, Dach- und Außenbauteile werden künstlich bewittert und über Farbabstand, Glanzänderung und Kreidung bewertet. ASA hält Farbe und Oberfläche deutlich länger als unstabilisiertes ABS; bei PP entscheidet das UV-Stabilisierungspaket über die Standzeit.
03
Dunkle Bauteile erreichen in der Sommersonne Oberflächentemperaturen deutlich oberhalb der Lufttemperatur. Die Wärmeformbeständigkeit ist auf diese Bauteiltemperatur auszulegen, nicht auf die Umgebungstemperatur der Region.
04
Montage bei Frost und wiederholte Frost-Tau-Wechsel belasten das Bauteil anders als der Dauerbetrieb. Kältefeste Einstellungen für Einsatzbedingungen bis minus 40 Grad und schlagzähmodifizierte Typen verhindern den Sprödbruch beim Anziehen einer Schraube im Winter.
05
Bauteile mit Trinkwasserkontakt unterliegen den Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes; für organische Werkstoffe ist die KTW-Bewertungsgrundlage maßgeblich, für das mikrobielle Wachstum das DVGW-Arbeitsblatt W 270. Entscheidend ist die Listung der eingesetzten Ausgangsstoffe und Additive, nicht das Basispolymer.
Von GERMAAT zu bestätigen: für welche Rezepturen gelistete Ausgangsstoffe eingesetzt werden und welche Nachweise ausgestellt werden können. Keine pauschale Eignungsaussage auf der Website.
06
In der Sanitärtechnik wirken Temperatur, Wasser und Reinigungschemie zusammen. Thermoplastische Polyester wie PBT sind hydrolyseempfindlich, PP und PE sind es nicht. Diese Entscheidung fällt bei der Werkstoffwahl, nicht bei der Additivierung.
07
Kalklöser, alkalische Reiniger und Desinfektionsmittel greifen unter Eigenspannung stärker an als im spannungsfreien Zustand. Geprüft wird deshalb unter Last, nicht durch bloßes Einlegen der Probe.
08
Rohrschellen, Halter und Träger stehen über Jahre unter Last. Bemessungsgröße ist der Kriechmodul über die geplante Standzeit, nicht der Zugmodul aus dem Kurzzeitversuch.
09
Mit Bariumsulfat lassen sich Dichte und Masse gezielt anheben. Das nutzen Hersteller für eine wertige Haptik an Griffen und Abdeckungen und für Bauteile, die Schall dämpfen statt übertragen sollen.
10
Wood Plastic Compounds auf PP- oder HDPE-Basis werden auf Feuchteaufnahme, Quell- und Schwindverhalten, Pilzresistenz und Verarbeitbarkeit im Extrusionswerkzeug eingestellt. Der Naturfaseranteil bestimmt Optik und Feuchteverhalten zugleich.
11
Wo eine harmonisierte Norm greift, braucht das Bauprodukt eine Leistungserklärung und die CE-Kennzeichnung. Verantwortlich ist der Bauteilhersteller. Wir liefern die materialseitigen Kennwerte und die Chargendokumentation zu.
Von GERMAAT zu bestätigen: Umfang der Chargendokumentation und welche materialseitigen Nachweise mitgeliefert werden.
Die genannten Normen beschreiben, was die Branche fordert. Sie sind keine Aussage darüber, welche Prüfungen, Klassifizierungen oder Zulassungen GERMAAT selbst führt.
Werkstoffe
Jeder Verweis mit der Begründung, warum genau diese Einstellung zur Branche passt.

PP
Produktmarke GERLEN
PP mineralgefüllt mit Talkum, Kreide, Quarz oder Glimmer für steife, maßhaltige Bauteile; flammgeschützt bis B1, kältefest bis minus 40 Grad und mit Bariumsulfat auf hohe Dichte einstellbar.

ABS/ASA/SAN
Produktmarke GERLAN
ASA behält Farbe und Oberfläche unter Bewitterung und ist die Wahl für sichtbare Außenbauteile; ABS deckt Sanitärbauteile ohne direkte Sonne ab, mit Wollastonit oder Glimmer gefüllte Typen erhöhen die Steifigkeit.

HIPS/GPPS
Produktmarke GER-HIPS
HIPS für großflächige Verkleidungen, Wannen und Einsätze im Innenbereich, mit Flammschutzeinstellungen und antistatischer Ausrüstung.

Bio/WPC
Bio-Polymere und WPC-Composites
Für Terrassendielen, Zaun- und Fassadenprofile haben wir WPC-Rezepturen auf PP- und HDPE-Basis entwickelt, die unmittelbar beim Hersteller von WPC-Produkten zum Einsatz kamen.

Masterbatch
Masterbatche (Funktionsadditive)
Halogenfreie und halogenhaltige Flammschutzbatche, UV-Stabilisierung und Kombinationsbatche, wenn Sie die Funktion im eigenen Extrusions- oder Spritzgießprozess zudosieren.

Sonder
Sonderwerkstoffe und Kundencompounds
POM für Funktionsteile in Armaturen und Beschlägen, thermoplastische Elastomere für Dichtungen und Dämpfungen – auf Anfrage mit angepasstem Additivsystem.
Wenn Brandklasse, Bewitterung und Kosten gleichzeitig zu erfüllen sind.
Wenn Granulatform und Verpackungseinheit zur Extrusionsanlage passen müssen.
Wenn im Profilzuschnitt sortenreiner Abfall anfällt.
Bauteile
Generische Bauteile ohne Kundenbezug.
Beispielszenario
Konstruiertes Beispielszenario – kein Kundenfall
Typischer Ablauf, kein benannter Kundenfall.
Ein Hersteller von Lüftungsgittern für den Außenbereich verliert bei einer dunkel eingefärbten Baureihe nach zwei Sommern sichtbar Farbe, einzelne Bauteile verziehen sich an der Sonnenseite. Eingesetzt wird ein Standard-ABS mit Standard-UV-Paket. Ein Wechsel auf einen anderen Werkstoff kommt nur infrage, wenn Werkzeug und Montage unverändert bleiben.
Wir schlagen ein ASA-basiertes Compound mit angehobener UV-Stabilisierung vor und stellen Schwindung und Wärmeformbeständigkeit so ein, dass das vorhandene Werkzeug ohne Änderung weiterläuft. Der Farbton wird gegen ein Rückstellmuster der bisherigen Serie eingefärbt. Vor der Freigabe läuft eine künstliche Bewitterung, bewertet über den Farbabstand und die Glanzänderung.
Das Bauteil bleibt im vorhandenen Werkzeug, der Farbabstand nach Bewitterung liegt innerhalb der vom Kunden gesetzten Grenze. Nachgeliefert wird in PE-Ventilsäcken zu 25 Kilogramm auf Palette, auf Abruf mit Zwischenlagerung im Werk.
Das Szenario zeigt den typischen Ablauf einer Anfrage. Echte, gern anonymisierte Referenzanwendungen ergänzen wir, sobald sie mit den Kunden abgestimmt sind.
Anfrage
Sagen Sie uns Einbauort, geforderte Brandklasse, Medienkontakt und Standzeit. Wir stellen die Rezeptur darauf ein und benennen offen, welche Nachweise dafür noch zu erbringen sind.
Wir melden uns innerhalb von [X] Arbeitstagen – mit einer Einschätzung, nicht mit einer Eingangsbestätigung.
Genau vier Pflichtfelder: Firma, Name, E-Mail sowie Werkstoff oder Anwendung. Mehr nicht.