
PP
PP-Compounds
Produktmarke GERLEN
- Glasfaser, chemisch gekoppelt
- 10–50 %
- Flammschutz halogenfrei oder halogenhaltig
- V2 · V0 · B2 · B1
- Einsatztemperatur kältefester Typen
- −40 °C
Anwendung
Wer an das Fahrzeug liefert, liefert nicht nur ein Bauteil, sondern eine Dokumentation. Der Werkstoff muss zur Liefervorschrift passen, die Charge muss rückverfolgbar sein, und die Kennwerte müssen über Jahre reproduzierbar bleiben. Wir compoundieren PP, PA6, PA66, PBT, ABS/ASA und PC/ABS für Anwendungen im Motorraum, im Innenraum und an Anbauteilen: kältefest bis minus 40 Grad, wärmealterungsbeständig eingestellt, verzugsarm gefüllt. Für Serien unterhalb der Losgrößen eines Konzernanbieters ist das unser Regelfall, nicht die Ausnahme.
Anforderungsprofil
Was in dieser Branche über die Freigabe entscheidet – und welche Normen dahinterstehen.
01
Jeder Fahrzeughersteller führt eigene Werkstoffnormen, Prüfprogramme und Freigabelisten. Ein Compound wird deshalb nicht am allgemeinen Datenblatt gemessen, sondern an der Liefervorschrift des konkreten Bauteils. Die Liefervorschrift gehört an den Anfang des Gesprächs, nicht an das Ende.
Von GERMAAT zu bestätigen: ob und für welche Werkstoffnormen bereits Freigaben oder Erfahrungen vorliegen. Keine pauschale Freigabeaussage auf der Seite.
02
Gefordert werden in der Regel ein Erstmusterprüfbericht, eine Produktionsprozess- und Produktfreigabe sowie eine durchgängige Chargenrückverfolgbarkeit. Für den Materiallieferanten heißt das: dokumentierte Rezeptur, dokumentierte Charge, dokumentierte Prüfung.
Von GERMAAT zu bestätigen: vorhandener Zertifizierungsstand und Umfang der Chargendokumentation (Konzept Kapitel 11, Positionen 3 und 9).
03
Für Bauteile im Fahrgastraum gelten Grenzwerte für den Gesamtkohlenstoffgehalt der Emission, für VOC- und FOG-Werte sowie eine bewertete Geruchsnote. Gleitmittel, Schlagzähmodifikatoren und Stabilisatoren wirken hier unmittelbar auf das Ergebnis.
04
Im Motorraum zählt nicht die Kurzzeitfestigkeit, sondern der Restwert nach Heißluftalterung über hunderte oder tausende Stunden. Das Stabilisatorsystem wird auf Zieltemperatur und Einsatzdauer ausgelegt; ein Compound, das die Erstprüfung besteht und nach Alterung abfällt, ist nicht freigabefähig.
05
Bauteile müssen im Kaltbereich zäh bleiben, bei der Montage im Winter ebenso wie im Betrieb. Aussagekräftig ist der instrumentierte Durchstoßversuch oder der Kerbschlagversuch bei Prüftemperatur, nicht der Wert bei Raumtemperatur.
06
Kraftstoff, Motor- und Getriebeöl, Kühlmittel auf Glykolbasis, Bremsflüssigkeit, wässrige Harnstofflösung und Reinigungschemie greifen sehr unterschiedlich an. Polyamid reagiert auf Glykol und Harnstoff anders als Polyester auf heißes Wasser. Die vollständige Medienliste mit Temperatur und Einwirkdauer gehört an den Anfang der Rezepturentwicklung.
07
Glasfasern richten sich in Fließrichtung aus und erzeugen richtungsabhängige Schwindung. Mineralische Füllung mit Talkum oder eine Hybridverstärkung aus Glaskugeln und Glasfasern senkt den Verzug, ohne die Steifigkeit vollständig aufzugeben. Der Kompromiss wird am Bauteil entschieden, nicht am Normstab.
08
Gewicht wird über höhere spezifische Steifigkeit, dünnere Wände und den Ersatz metallischer Teile gespart. Glashohlkugeln senken die Dichte, verstärkte Einstellungen erlauben geringere Wanddicken bei gleicher Steifigkeit. Beides verändert die Verarbeitung und muss im Werkzeug abgesichert werden.
09
Narbige Sichtflächen im Innenraum werden auf Kratzverhalten, Weißbruch und Glanzänderung geprüft, meist nach herstellereigenen Prüfvorschriften mit Gitterschnitt- oder Nadelverfahren. Gleitmittel verbessern das Kratzbild, dürfen aber die Emissionswerte nicht verletzen.
10
Anbauteile außen werden künstlich bewittert und über Farbabstand, Glanzänderung und Restschlagzähigkeit bewertet. ASA und gezielt UV-stabilisierte Einstellungen halten Farbe und Oberfläche deutlich länger als unstabilisiertes ABS.
11
Vorgaben zum Rezyklateinsatz und zur Verwertung von Altfahrzeugen erhöhen den Druck auf die Materialauswahl. Bauteile werden nach ISO 11469 gekennzeichnet, damit sie sortenrein zurückgeführt werden können. Regranulat aus dem eigenen Produktionsabfall ist dabei das Material mit der am besten bekannten Historie.
12
Serienabrufe, Sicherheitsbestände und definierte Wiederbeschaffungszeiten sind Teil jeder Freigabe. Bei Abrufaufträgen lagern wir die Ware bis zum Abholtermin im Werk ein; das ersetzt eigene Lagerfläche beim Verarbeiter.
Von GERMAAT zu bestätigen: Mindestabnahmemengen, übliche Lieferzeiten und maximale Zwischenlagerdauer (Konzept Kapitel 11, Position 4).
Die genannten Normen beschreiben, was die Branche fordert. Sie sind keine Aussage darüber, welche Prüfungen, Klassifizierungen oder Zulassungen GERMAAT selbst führt.
Werkstoffe
Jeder Verweis mit der Begründung, warum genau diese Einstellung zur Branche passt.

PP
Produktmarke GERLEN
PP mit Talkum, Kreide, Quarz oder Glasfaser und elastomermodifizierte Einstellungen decken den größten Teil der Zulieferbauteile ab; kältefeste Typen sind für Einsatzbedingungen bis minus 40 Grad ausgelegt.

PA6/PA66
Produktmarke GERMID
PA6 und PA66 mit bis zu 50 Prozent Glasfaser für lasttragende und temperaturbelastete Bauteile im Motorraum; mineralverstärkte und schlagzähmodifizierte Einstellungen senken Verzug und Sprödbruchneigung.

PBT
Produktmarke GERDUR
PBT bleibt maßhaltig und ist der Werkstoff für Sensorik, Steckverbinder und Bauteile am Kabelbaum; PBT/PC-Blends erhöhen Zähigkeit und Wärmeformbeständigkeit.

ABS/ASA/SAN
Produktmarke GERLAN
ASA ist witterungs- und UV-beständig und damit die Wahl für sichtbare Anbauteile außen; ABS deckt Innenraumbauteile ohne direkte Bewitterung ab.

PC/PC-ABS
Produktmarke GERLON
PC/ABS-Blends lassen sich zwischen Schlagzähigkeit und Wärmeformbeständigkeit ausbalancieren; ABS/TPU-Blends erhöhen Schlagzähigkeit und Abriebfestigkeit an belasteten Teilen.

Sonder
Sonderwerkstoffe und Kundencompounds
POM, thermoplastische Elastomere, thermoplastische Polyester und Hochtemperaturkunststoffe verarbeiten wir auf Anfrage mit angepassten Additivsystemen.
Wenn Rezyklatvorgaben zu erfüllen sind und der eigene Produktionsabfall sortenrein anfällt.
Wenn die Rezeptur aus der Entwicklung vorliegt und nur die Anlage fehlt.
Wenn Prüfumfang, Chargendokumentation und Rückverfolgbarkeit nachzuweisen sind.
Bauteile
Generische Bauteile ohne Kundenbezug.
Beispielszenario
Konstruiertes Beispielszenario – kein Kundenfall
Typischer Ablauf, kein benannter Kundenfall. Mengen und Prüfbedingungen sind angenommen.
Ein Systemlieferant fertigt eine Halterkonsole im Motorraum aus einem zugekauften PA6 mit 30 Prozent Glasfaser. Nach Heißluftalterung fällt die Schlagzähigkeit unter den Wert, den die Liefervorschrift des Bauteils fordert; die Erstwerte lagen im Fenster. Für die Jahresmenge im niedrigen zweistelligen Tonnenbereich bietet der bisherige Lieferant keine angepasste Rezeptur an.
Wir betrachten Basispolymer, Glasfaserschlichte und Stabilisatorsystem getrennt. Der Vorschlag kombiniert ein wärmestabilisiertes PA6 mit angepasster Haftvermittlung und einer Schlagzähmodifizierung, die den Restwert nach Alterung hält. Eine Labormenge wird nach DIN EN ISO geprüft, der Kunde bemustert im Serienwerkzeug, die Nachoptimierung betrifft danach nur noch Fließverhalten und Einfärbung.
Der Restwert nach Wärmealterung liegt innerhalb der Vorgabe des Bauteils. Die Serie läuft mit Abrufaufträgen und Zwischenlagerung im Werk. Der Kunde hat für dieselbe Spezifikation eine zweite Bezugsquelle, ohne die Losgröße erhöhen zu müssen.
Das Szenario zeigt den typischen Ablauf einer Anfrage. Echte, gern anonymisierte Referenzanwendungen ergänzen wir, sobald sie mit den Kunden abgestimmt sind.
Anfrage
Nennen Sie uns Bauteil, Liefervorschrift, Medien- und Temperaturbelastung sowie die Jahresmenge. Wir sagen Ihnen offen, was wir abbilden können und was nicht.
Wir melden uns innerhalb von [X] Arbeitstagen – mit einer Einschätzung, nicht mit einer Eingangsbestätigung.
Genau vier Pflichtfelder: Firma, Name, E-Mail sowie Werkstoff oder Anwendung. Mehr nicht.